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30 Jahre Formel 3

30 Jahre Formel 3

Die Formel 3 schreibt in Deutschland eine einmalige Geschichte: seit der Gründung der Formel-3-Vereinigung 1975 wird die Formel-Rennserie ununterbrochen ausgeschrieben. Sie ist damit die beständigste nationale Serie. Michael Schumacher legte hier 1990 den Grundstein für seine Formel-1-Laufbahn.

Über 30 Jahre Formel 3
Die Formel 3 schreibt in Deutschland eine einmalige Geschichte: seit der Gründung der Formel-3-Vereinigung 1975 wird die Formel-Rennserie ununterbrochen ausgeschrieben. Sie ist damit die beständigste nationale Serie. Michael Schumacher legte hier 1990 den Grundstein für seine Formel-1-Laufbahn.

Die Schule der Grand Prix Stars "Jetzt besitze ich die Kreditkarte für die Formel 1", jubelte Jarno Trulli 1996, als er 22-jährig den Meistertitel in der Int. Deutschen Formel-3-Meisterschaft holte. Bei Ernst Maring war es umgekehrt! Der Kfz-Meister aus Braunschweig fuhr zuerst Formel 1, dann Formel 3.

"Undenkbar, wenn man die Entwicklung im Motorsport verfolgt", gibt Maring heute zu. Mit 39 Jahren stand Ernst Maring endlich im Zenit seiner Karriere - er wurde 1975 der erste Deutsche Formel-3-Meister. Nick Heidfeld schaffte es schneller: 20 Jahre und 148 Tage war der Mönchengladbacher 1997 alt, als er sich den Titel sicherte und damit den Kick in Richtung Formel 1.

"Unsere Meisterschaft hat sich völlig verändert", urteilte Bertram Schäfer im 25. Jubiläumsjahr der Deutschen Formel-3-Meisterschaft. Damals, 1975 baute man erst sein Leben auf, erlernte einen Beruf, verdiente sein eigenes Geld, um damit dann Motorsport zu betreiben." Sponsoren waren nahezu unbekannt. 'Selbst ist der Mann', lautete oft die Devise - nicht nur auf der Strecke. Beispiel: wieder Ernst Maring. Mit dem Eigenbau Maco, zusammengefügt aus den ersten beiden Buchstaben von Maring Construction und einer Menge Pioniergeist, purzelten die Siege. 23 dieser Maco wurden gebaut, alle nach Feierabend. Von Montagmorgen bis Freitagabend verdiente Maring schließlich sein Geld in der eigenen Kfz-Werkstatt: "Keiner gibt sich heute mehr so ein, wie wir es damals mussten."

Zuerst Formel 3 dann Formel 1
Bestimmt hat der Altmeister Recht, doch einfacher ist es seitdem auch nicht geworden. Heute ist der Erfolgsdruck größer. Heute muss man so schnell und so erfolgreich wie möglich raus aus der Formel 3 - die Warteschlange vor der Formel 1 ist lang. Wie's geht hat Michael Schumacher exerziert: Kartsport, Formel 3, Formel 1. Speziell die Formel 3 in Deutschland, die Rennserie mit dem beständigsten Reglement, mit der längsten Tradition mit dem erfolgreichsten Werdegang über 25 Jahre, hat sich am meisten verändert. Aus dem bunten Tummelplatz der Profis, Halbprofis und Hobbyracer wurde die Ausbildungsstätte künftiger Grand Prix Piloten.

Dazwischen liegt eine ereignisreiche Zeit. Die des Bertram Schäfer beispielsweise, selbst zweimaliger Deutsche Meister und einer der erfolgreichsten Teamchefs. Oder eines gewissen WTS Teams, wo Michael Schumacher 1990 Champion wurde und seinen Manager Willi Weber fand. KMS Motorsport kam 1995 aus der Schweiz, um Norberto Fontana und später Jarno Trulli und Giorgio Pantano zum Erfolg zu führen. Jörg Müller wurde 1994 Champion, mit elf Siegen. Exakt so viele schaffte Pedro Lamy 1992. Das größte Starterfeld sah man 1978 auf der Nürburgring-Nordschleife: unglaubliche 52 Formel-3-Piloten nahmen das Training auf. Deren sieben waren es im Premierejahr 1975 auf dem Flugplatz Sembach im Saarland - Negativrekord.

Ausländerfreundlich
Ohnehin waren die ersten Jahre kurios. Bis 1984 beispielsweise fehlte der Zusatz "international". Man fuhr national, als Deutsche Formel-3-Meisterschaft - Ausländer bekamen keine Punkte. Es sei denn, sie besaßen eine deutsche Lizenz. So wie der Österreicher Gerhard Berger, oder die Dänen John Nielsen oder Kurt Thiim, die dann zuweilen als Deutsche in den Pressemitteilungen auftauchten. 1984 fanden im Rahmen der Deutschen Formel-3-Meisterschaft auch Europameisterschaftsläufe statt. Logisch wäre es eher umgekehrt gewesen, dafür kann man sich heute mit den prominenten Teilnehmern schmücken: Nelson Piquet, Alain Prost, Tierry Boutsen oder Ricardo Patrese.

Zwei Drittel ihrer nun 25 Jahre war die Int. Deutsche Formel-3-Meisterschaft auf Orientierungssuche, wurde stetig erfolgreicher, bekannter, anerkannter und professioneller. Fuhr man bis 1987 noch bei diversen Veranstaltungen, führte der Weg zwischen 1988 und 1991 immer öfter ins Fahrerlager der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft (DTM). Als spektakuläres Paket trat man von 1992 bis 1996 immer gemeinsam an: die stärksten Tourenwagen und die höchste Formelserie Deutschlands. Nach der Zwischenstation (1997 - 1999) bei den Super-Tourenwagen-Meisterschaft (STW), ist die Formel 3 und die DTM mit dem Start ins neue Jahrtausend wieder vereint.

Der kleine Unterschied
Die Formel 3 hat in Deutschland eine äußerst positive Entwicklung erfahren. Sie ist seit einigen Jahren die bedeutendste Nachwuchsserie. Nirgendwo sonst auf der Welt ist eine Formel-3-Meisterschaft derart stark besetzt. Die Piloten absorbieren einen mächtigen Druck durch eine unglaubliche Leistungsdichte. Und sie leisten in ihren jungen Jahren eine Menge. "Sechs bis sieben Sekunden würde Frank Diefenbacher mir im direkten Vergleich schon abnehmen. Um bis auf fünf Sekunden an ihn ranzukommen, müsste ich eine Menge trainieren", urteilte Teamchef Bertram Schäfer am Ende der Saison 2002. Wohl gemerkt: Hier spricht ein zweifacher Formel-3-Champion über seinen 20-jährigen Schützling.

2003 erfuhr die Formel 3 in Deutschland eine Wandlung: die Int. Deutsche Formel-3-Meisterschaft wurde vom Rechteinhaber DMSB (Deutscher Motor Sport Bund) nicht mehr ausgeschrieben. Den Erhalt des deutschen Formel-3-Sports sichert seitdem der von der Formel-3-Vereinigung (F3V) neu organisierte RECARO Formel-3-Cup.

Mit neuen Ideen und unermüdlichem Einsatz der F3V bindet der RECARO Formel-3-Cup einen großen Freundeskreis. 2005 startete man beispielsweise als erste europäische Formel-Rennserie im Oval. Auf dem EuroSpeedway Lausitz standen die Fans vor Begeisterung auf ihren Sitzen, als das Feld mit über 251 km/h Durchschnittstempo vorbeiflog.

2006 absolvierte der RECARO Formel-3-Cup seine bislang erfolgreichste Saison. Die Serie erfährt seit 2003 ein kontinuierliches Wachstum, das sich in einem prallen Starterfeld 2006 widerspiegelt. Vor allem die Zulassung der aktuellsten Formel-3-Fahrzeuge der Baujahre 2005 und 2006 stößt auf positive Resonanz. Der RECARO Formel-3-Cup bietet nun alles: kostengünstigen Motorsport mit Fahrzeugen der Baujahre 1999 bis 2001, effektiven Formel-3-Einstieg mit Monoposti der Baujahre 2002 bis 2004 und beste Aufstiegschancen mit Rennwagen der Baujahre 2005 und 2006. Erneut bildete das Veranstaltungspaket BERU Top10 die Basis für den RECARO Formel-3-Cup.

ATS - neuer Namensgeber
Einen weiteren wichtigen Schritt machte die Formel 3 in Deutschland mit der Saison 2007. Mit neuem Namen und neuem Logo geht man ab sofort als ATS Formel-3-Cup an den Start. ATS, der renommierte Hersteller hochwertiger Leichtmetallräder, gibt der Serie seitdem nicht nur seinen Namen, sondern liefert als exklusiver Technikpartner auch die Aluminiumräder. 2007 erfuhr der ATS Formel-3-Cup mit der Einführung des Challenge Motors zudem eine viel versprechende Neuerung. Kostengünstige Leistung kommt von Spiess und Opel in Form eines Motors, der eine komplette Saison ohne Revision im Einsatz bleiben wird. Damit geht der ATS Formel-3-Cup einmal mehr neue Wege, hin zum hochklassigen aber preisbewussten Formel-3-Sport.

Das Jahr 2008 steht vor allem für zwei Dinge: für die neue Partnerschaft mit dem ADAC und für die Markenvielfalt. Gemeinsam mit den Serien ADAC GT Masters und ADAC Formel Masters wird der ATS Formel-3-Cup die überwiegenden Saisonrennen bestreiten. Europas größter Automobilclub sorgt so für noch mehr Publicity im ATS Formel-3-Cup. Ebenso wie die Markenvielfalt, denn mit Dallara (Italien), Lola (England) und Mygale (Frankreich) sind drei Chassishersteller vertreten und mit VW-Spiess, Mugen-Honda, OPC-Challenge, Mercedes-HWA und Renault-Sodemo sogar fünf verschiedene Motoren am Start.